Quartier V.1 Neumarkt, Dresden

Das Baufeld des Quartiers V.1 besetzt eigentlich nur die nordöstliche Ecke des historischen Blockes zwischen Frauenstraße, Galeriestraße, Schumachergasse und Bader Gasse (WilsdruÔ¨Äer Straße). Dieser fragmentarische Block befindet sich nun nicht mehr in einem gleichmäßigen Geflecht aus Straßen und Plätzen sondern an einer herausragenden Stelle im städtebaulichen Gefüge. Aufgrund dessen, dass durch die 1950’er Jahre-Bauten viele Nord-Süd Verbindungen im Dresdner Zentrum unterbrochen wurden, befindet sich hier nun die einzige direkte Wegeverbindung zwischen Alt- und Neumarkt. Der Stadtraum zwischen Kulturpalast und 1950’er Jahre Gebäude wird mit dem neuen Baukörper zu einer platzähnlichen Situation gefasst, einen Platz der durch drei Objekte im Stadtraum definiert wird. Deswegen wird aus dem kompakten Baukörper des Gebäudes auf dem Quartier V.1 ein Volumen freigestellt, das in Maß und Größe mit den anderen beiden Gebäuden ein Ensemble bildet. Geht man um das Haus, erreicht man die Frauenstraße und von dort unmittelbar den Neumarkt. In der Frauenstraße zeigt dieses Haus sein zweites Gesicht: kein Objekt, sondern ein straßenbegleitendes Gebäude. 

Analog dem vertikalen Fassadenrhythmus der nachempfundenen barocken rgerhäuser gegenüber, wird das Haus in drei Teile gegliedert. 

An der Ecke Schumachergasse wird das Motiv des Erkers durch Vor- und Rücksprünge am Gebäude zeitgemäß interpretiert und leitet so zu den Häusern des Quartiers V.2 über. In der Schumachergasse selbst staffelt sich das Haus am weitesten zurück, um die Belichtung der angrenzenden Häuser zu gewährleisten. 

Trotz der Variation in der Fassadengestaltungen und der volumetrischen Ausformung, handelt es sich um ein identifizierbares Gebäude: ein städtisches Haus mit der typischen horizontalen Fassadengliederung in Sockelzone, Mittelzone und einer Dachzone (als Staffelgeschoss ausgebildet). Diese horizontale Gliederung entspricht der horizontalen Stapelung von unterschiedlichen Funktionen im Innern (Laden, Büro, Wohnen). 

Wettbewerb, 2009, 1. Preis

 

Architektur: Christian Schmitz, Peter Zirkel 

  

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