Kita Martin-Luther-Kirche, Hagen

Städtebauliche Einbindung / Leitidee

Die 1960 errichtete Martin-Luther-Kirche in Hagen liegt in unmittelbarer Bahnhofsnähe im Zentrum Hagens. Die seit Jahren leerstehende Kirche soll nun wieder mit Leben gefüllt werden und eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppenräumen für insgesamt 100 Kinder beherbergen. Grundidee ist es, die denkmalgeschützte Gebäudehülle möglichst unberührt zu lassen und einen neuen, thermisch getrennten Baukörper in das Kirchenschiff zu stellen. Das Haus-im-Haus-Prinzip erlaubt es, den baulichen Anforderungen einer KiTa gerecht wird.

Gebäudetypologie und Grundrisskonzept

Der eingestellte Baukörper, die Arche, nimmt die Architektursprache des Bestandes auf und orientiert sich mit seiner Gebäudekubatur an der Kirche. Reduziert in seiner Materialität und mit zurückhaltendem Farbkonzept wirkt der Baukörper nicht aufdringlich, geht vielmehr eine Einheit mit dem Bestand ein. Die weiße Lattung des Baukörpers greift vorhandene Elemente wie die Holzverkleidung der ehemaligen Orgelempore auf. Die Haupteingangstür zur Kirche bleibt originalgetreu erhalten und führt den Besucher ins Foyer, welches als Vorzone und Kinderwagenbereich fungiert. Die buntverglaste Doppeltür zum Kirchenschiff wird durch eine Schutzverglasung konserviert und bleibt als Relikt erhalten. Seitlich davon leitet eine neue Tür den Besucher in den Flurbereich. Hier stehen sich Alt und Neu direkt gegenüber. Der Blick wird auf der einen Seite auf die denkmalgeschützte Betonverglasung der Kirchenfassade, auf der anderen Seite auf die klar strukturierte Holzfassade der Arche gelenkt. Vom Umlauf wird die "Arche" über einen zentralen Flur mit Garderobe erschlossen. Im Erdgeschoss des Baukörpers befinden sich Personalräume und Leiterbüro, ein Gruppenraum sowie ein Mehrzweckraum. Große Flächen der Fassade des Mehrzweckraumes können gffnet und dieser so räumlich um den ehemaligen Altarbereich erweitert werden. Im rückwärtigen Bereich der ehemaligen Orgelempore befinden sich die Küche und Sanitärbereiche. Eine Treppe im notwendigen Flur verbindet die beiden Ebenen der Arche. Die in der Nordfassade verbauten Kunststofffenster werden durch eine 6 Meter hohe Pfosten-Riegel-Fassade verglast. Auch auf der Südseite wird ein Fassadenfeld gffnet und sorgt für verbesserten Tageslichteinfall. Zusammen mit der farbigen Bleiverglasung der Kirche entsteht ein spannendes Spiel unterschiedlicher Lichteinfälle und -farben.

Die Innenraumgestaltung ist vorwiegend durch warme und natürliche Materialien geprägt. Fenster, Türen sind in Holz, Wand- und Deckenflächen zurückhaltend weiß vorgesehen. Der Linoleumboden erhält einen leichten blau-grauen Farbakzent. Dazu wird eine warmweiße künstliche Beleuchtung installiert. Räume, Materialien und Beleuchtung lassen eine Atmosphäre entstehen, die zum Aufenthalt und Verweilen einlädt.

Alle Gruppen- und Nebenräume im Obergeschoss erhalten zusätzlich zur raumhohen Glasfassade Oberlichter. So kann der Tageslichteinfall verbessert werden während der Raum der Kirche nach wie vor erlebbar bleibt. Alle Gruppenräume können auch von außen über eine Stahlbrücke erschlossen werden, die sich zwischen Arche und Kirchenfassade spannt. Über eine Außentreppe besteht aus dem Obergeschoss eine direkte Verbindung zu den Außenanlagen.

Die U3-Kinder sind außerhalb der Arche im Sockelbereich des ehemaligen Kirchturms untergebracht. So besteht der direktZugang zum eigenen Außenbereich.

  

Architektur: Berthold Ellertmann, Christian Schmitz mit Assmann Beraten + Planen

Team: Rebecca Runge, Fokko van der Linde

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