HHH Gymnasium, Hagen

Städtebauliche Einbindung / Leitidee

Das 1965 errichtete Theodor-Heuss-Gymnasium ist zwischen Wiesen und Sportplätzen im Zentrum Hagens verortet. Die alte Bestandsfassade aus Schindeln und Holz wurde auf Grund einer energetischen Sanierung ab dem Jahr 2007 entfernt und durch ein verputztes Wärmedämmverbundsystem ersetzt. Die sogenannte „Krabbelkiste, ein eingeschossiger  Anbau an der Nord-Ostseite des H-förmigen Hauptgebäudes, mit acht Unterrichtsräumen entspricht hinsichtlich der baulichen Substanz nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. Eine Instandsetzung des bestehenden Gebäudetrakts ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll. Der räumliche Bedarf von acht Klassenräumen und zwei Differenzierungsräumen soll als Neubau mit Anbindung an das Hauptgebäude realisiert werden. Die Hauptzuwegung zum Theodor-Heuss-Gymnasium erfolgt über die Humpertstraße auf den

Parkplatz der Schule, welcher einen direkten Blick auf den Neubau ermöglicht. Die Erschließungszone vor Kopf des Hauptgebäudes mit zwei Treppenhäusern und einem Aufzug verbindet den Neubau mit den vier Ebenen des Bestands und sorgt für die notwendige Barrierefreiheit auf allen Geschossen. Um einen repräsentativen Kopfbau zu realisieren, werden die Klassenräume aufgeständert, so dass im Erdgeschoss ein überdachter Außenbereich für Fahrräder entsteht. Im 1.OG und 2.OG befinden sich die Klassen- und Differenzierungsräume. Das 3.OG steht als potentielle Erweiterungsfläche zur Verfügung und bietet die Möglichkeit, die Schule um weitere vier Klassenräume mit Nebenräumen sowie einen Differenzierungsraum zu erweitern. Im 3.OG wird bereits die Fassade vorgesehen um, wie der Bestand, eine Viergeschossigkeit zu erreichen.

Gebäudetypologie und Grundrisskonzept

Das viergeschossige Gebäude nimmt Breite und Höhe des Bestands auf und adaptiert die Fensterbänder und Rasterung des Bestands. Trotz der reduzierten Materialität und zurückhaltendem Farbkonzept, präsentiert sich der Neubau als selbstbewusster Baukörper. Ein stählernes Kleid aus Streckmetall verleiht ihm seine monolithische Wirkung.

Um einen kompakten, funktionalen und wirtschaftlichen Grundriss zu schaffen, war es notwendig, das im Erdgeschoss angeordnete Lehrerzimmer zu spiegeln. Durch die neue Orientierung zum Innenhof wird die natürliche Belichtung und Belüftung gewährleistet. Durch die Positionierung der Klassenräume in den Obergeschossen wird der Klassentrakt von der Verwaltung im Erdgeschoss separiert und der überdachte Außenbereich kann für Fahrräder genutzt werden. Über die perforierte Streckmetallfassade bleibt der Bereich natürlich belüftet und kann außerhalb der Betriebszeiten geschlossen werden.

In den Obergeschossen werden die Stichflure des H-förmigen Bestands über die neue Erschließungszone  verbunden, so dass ein Rundgang entsteht. Entlang der Erschließungszone sind Nebenräume angeordnet, die den Klassenräumen oder Personal als Abstellfläche dienen. Den Klassenräumen kann bei Bedarf ein zentraler Differenzierungsraum zugeschaltet werden. Im 1.OG besteht die Möglichkeit über Doppeltüren zwei Klassenräume mit dem Differenzierungsraum zu unterschiedlich großen Raumeinheiten zusammenzuschalten.

Die Erschließungskerne mit den Nebenräumen und Verbindungsflur werden bereits im 3.OG berücksichtigt. Die übrige Fläche wird als potentielle Erweiterung für weitere Klassenräume vorgesehen. Die Dachfläche des 3.OG´s kann prinzipiell als Außenklasse oder Dachgarten genutzt werden.

 

Architektur: Berthold Ellertmann, Christian Schmitz mit Assmann Beraten + Planen

Team: Fokko van der Linde

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